Morbus Sinding-Larsen bei Kindern – 
verständlich erklärt für Eltern

Kurzfassung für Eltern (wichtig !)

Morbus Sinding-Larsen (genauer: Morbus Sinding-Larsen-Johansson) ist eine überlastungsbedingte Reizung an der unteren Kniescheibenspitze, die vor allem sportlich aktive Kinder und Jugendliche im Wachstum betrifft. 
Die Beschwerden sind nicht gefährlich, können aber lange anhalten, wenn man nur schont und abwartet. 
Mit der richtigen Belastungssteuerung lässt sich der Sport in vielen Fällen sicher fortführen.

Was ist Morbus Sinding-Larsen ?

Morbus Morbus-Sinding-Larsen wird in der Fachsprache als Traktionsapophysitis bezeichnet.

Eine Apophyse ist eine noch aus Knorpel bestehende Ansatzstelle für Sehnen. Diese Bereiche verknöchern erst nach Abschluss des Wachstums. Beim Morbus Sinding-Larsen kommt es durch wiederholte Zugbelastung der Kniescheibensehne zu einer schmerzhaften Reizung an dieser noch unreifen Knochenstelle an der unteren Kniescheibenspitze. 

Wichtig für Eltern: Es handelt sich nicht um eine klassische Entzündung durch Krankheit, sonsern um ein Belastungsproblem im Wachstum.

Woher kommt der Name ?

Benannt wurde die Erkrankung nach 

  • dem schwedischen Arzt Dr. Sinding-Larsen
  • dem Norweger Dr. Johansson 

Beide haben die Erkrankung 1921/22 unabhängig voneinander beschrieben.

Wer ist von Sinding-Larsen betroffen ?

Betroffen sind vor allem sportlich sehr aktive Kinder und Jugendliche im Wachstumsschub.

 

Besonders häufig:

  • Fußball
  • Basketball, Handball, Volleyball
  • Turnen & rhythmische Sportgymnastik
  • Kampfsportarten
  • Feldhockey
  • Laufsport

Alter: 

  • Jungen: meist 12–15 Jahre 
  • Mädchen: meist 8–12 Jahre

Ein erhöhtes Risiko besteht, wenn Kinder und Jugendliche 

  • mehrmals pro Woche trainieren
  • zusätzlich Stützpunkt- oder Auswahltraining erfolgt
  • sich früh auf eine Sportart spezialisieren

👉 Faustregel aus Studien: Wenn die Trainingsstunden pro Woche höher sind als das Lebensalter, ist das Risiko bis zu vierfach erhöht.

Typische Symptome bei Sinding-Larsen

Typisch ist eine belastungsabhängige Schmerzen an der unteren Kniescheibenspitze, wie beim Patellaspitzensyndrom (»jumpers knee«) beim Erwachsenen.

Häufig berichten Eltern:

  • Schmerzen nach dem Training
  • später auch während des Sports
  • Druckschmerz am Ansatz der Sehne an der unteren Kniescheibenspitze
  • Probleme beim Springen, Sprinten oder Treppensteigen
  • Trainings- oder Spielabbruch wegen Schmerzen

Anfangs treten die Beschwerden oft erst Stunden oder einen Tag nach der Belastung auf – später dann direkt beim Sport.

Risikofaktoren für Sinding-Larsen

Besonders gefährdet sind:

  • sehr sportlich aktive Kinder
  • frühe Spezialisierung auf eine Sportart
  • mehrfaches Training pro Woche ohne Belastungsanpassung
  • Kinder mit früheren Wachstumsbeschwerden wie Morbus Sever (Fersenschmerzen im Wachstum)

Die »übliche« Behandlung - und warum sie oft nicht reicht

Viele Eltern hören nach der Diagnose:

  • komplette Sportpause
  • Kühlen
  • entzündungshemmende Salben
  • Bandage
  • „Abwarten, das wächst sich aus“

Dieses Vorgehen entspricht dem alten P.E.C.H.-Schema (Pause, Eis, Compression, Hochlagern).

👉 Das Problem:

Selbst bei akuten Sportverletzungen gilt dieses Schema heute als überholt

Monate oder Jahre Sportpause sind für Kinder psychisch und körperlich keine gute Lösung

Muss mein Kind mit dem Sport aufhören ?

Nein. In den meisten Fällen ist eine komplette Sportpause nicht notwendig – und oft sogar kontraproduktiv.

Sinnvoll ist stattdessen:

  • gezielte Anpassung der Belastung
  • Reduktion besonders schmerzhafter Trainingsinhalte
  • klar definierte Regeln: Wann darf trainiert werden – wann nicht?
  • altersgerechter Kraft- und Belastungsaufbau

Ist das das Ende der Sportkarriere ?

Diese Sorge hören viele Eltern – sie ist verständlich, aber unbegründet.

 Entscheidend ist nicht die Diagnose, sondern der Umgang damit.

Was hilft wirklich bei Morbus Sinding-Larsen-Johansson ?

Bewährt haben sich:

  • klare Belastungssteuerung
  • gezielter Kraftaufbau
  • Anpassung von Training und Wettkampf
  • realistische Zeitplanung statt „Durchhalten“

👉 Genau diese Punkte erkläre ich Eltern strukturiert und praxisnah in meinem Online-Kurs, damit sie wissen, was sie konkret tun können – und was nicht funktioniert. 

> Hier gehts zum Sinding-Larsen-Trainingscamp

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