Morbus Sever bei Kindern – 
verständlich erklärt für Eltern

Kurzfassung für Eltern (wichtig !)

Morbus Sever ist eine überlastungsbedingte Fersenschmerzen im Ansatzbereich der Achillessehne, die vor allem sportlich aktive Kinder und Jugendliche im Wachstum betrifft. 
Die Beschwerden sind nicht gefährlich, können aber lange anhalten, wenn man nur schont und abwartet. 
Mit der richtigen Belastungssteuerung lässt sich der Sport in vielen Fällen sicher fortführen.

Was ist Morbus Sever ?

Morbus Sever wird in der Fachsprache als Traktionsapophysitis bezeichnet.

Eine Apophyse ist eine noch aus Knorpel bestehende Ansatzstelle für Sehnen. Diese Bereiche verknöchern erst nach Abschluss des Wachstums. Beim Morbus Sever kommt es durch wiederholte Zugbelastung der Achillessehne zu einer schmerzhaften Reizung an dieser noch unreifen Knochenstelle an der Ferse. 

Wichtig für Eltern: Es handelt sich nicht um eine klassische Entzündung durch Krankheit, sonsern um ein Belastungsproblem im Wachstum.

Woher kommt der Name ?

Das Krankheitsbild wurde erstmalig im Jahr 1907 durch den schwedischen Chirurgen und Orthopäden Patrick Haglund und im Jahr 1912 durch den amerikanischen Orthopäden Warren Sever beschrieben.

Wer ist von Morbus Sever betroffen ?

Betroffen sind vor allem sportlich sehr aktive Kinder und zu Beginn ihres Wachstumsschubes

Besonders häufig:

  • Fußball
  • Basketball, Handball, Volleyball
  • Turnen & rhythmische Sportgymnastik
  • Kampfsportarten
  • Feldhockey
  • Laufsport

Alter: 

Meist sind Jungs in der Altersspanne von 5-12 Jahren betroffen. Wenn die Füße anfangen zu wachsen und die Schuhgrößen rasch zunehmen, beginnt die Zeit für den Morbus Sever.

Ein erhöhtes Risiko besteht, wenn Kinder und Jugendliche 

  • mehrmals pro Woche trainieren
  • zusätzlich Stützpunkt- oder Auswahltraining erfolgt
  • sich früh auf eine Sportart spezialisieren

👉 Faustregel aus Studien: Wenn die Trainingsstunden pro Woche höher sind als das Lebensalter, ist das Risiko bis zu vierfach erhöht.

Typische Symptome bei Sever

Typisch sind belastungsabhängige Schmerzen im Bereich der Ferse

Häufig berichten Eltern:

  • Schmerzen nach dem Training, anfangs vor allem am Morgen nach der sportlichen Belastung
  • später auch während des Sports
  • Druckschmerz und manchmal Schwellung im Ansatzbereich der Achillessehne am Fersenknochen
  • Typisch ist ein Klammerschmerz im Bereich des Fersenbeinknochens
  • Probleme beim Springen, Sprinten oder Treppensteigen
  • Trainings- oder Spielabbruch wegen Schmerzen

Anfangs treten die Beschwerden oft erst Stunden oder einen Tag nach der Belastung auf – später dann direkt beim Sport.

Erhöht Morbus Sever das Risiko für spätere Probleme ?

Ja. Studien zeigen, dass ein durchgemachter Morbus Sever das Risiko für spätere Kniebeschwerden (Morbus Osgood-Schlatter) erhöhen kann – vor allem bei weiterhin hoher sportlicher Belastung.

Die »übliche« Behandlung - und warum sie oft nicht reicht

Viele Eltern hören nach der Diagnose:

  • komplette Sportpause
  • Kühlen
  • entzündungshemmende Salben
  • Bandage
  • „Abwarten, das wächst sich aus“

Dieses Vorgehen entspricht dem alten P.E.C.H.-Schema (Pause, Eis, Compression, Hochlagern).

👉 Das Problem:

Selbst bei akuten Sportverletzungen gilt dieses Schema heute als überholt

Monate oder Jahre Sportpause sind für Kinder psychisch und körperlich keine gute Lösung

Muss mein Kind mit dem Sport aufhören ?

Nein. In den meisten Fällen ist eine komplette Sportpause nicht notwendig – und oft sogar kontraproduktiv.

Sinnvoll ist stattdessen:

  • gezielte Anpassung der Belastung
  • Reduktion besonders schmerzhafter Trainingsinhalte
  • klar definierte Regeln: Wann darf trainiert werden – wann nicht?
  • altersgerechter Kraft- und Belastungsaufbau

Ist das das Ende der Sportkarriere ?

Diese Sorge hören viele Eltern – sie ist verständlich, aber unbegründet.

Entscheidend ist nicht die Diagnose, sondern der Umgang damit.

Was hilft wirklich bei Morbus Sever ?

Bewährt haben sich:

  • klare Belastungssteuerung
  • gezielter Kraftaufbau
  • Anpassung von Training und Wettkampf
  • realistische Zeitplanung statt „Durchhalten“

👉 Genau diese Punkte erkläre ich Eltern strukturiert und praxisnah in meinem Online-Kurs, damit sie wissen, was sie konkret tun können – und was nicht funktioniert. 

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