Morbus Osgood-Schlatter bei Kindern – 
verständlich erklärt für Eltern

Kurzfassung für Eltern (wichtig !)

Morbus Osgood-Schlatter ist eine überlastungsbedingte Reizung unterhalb der Kniescheibe, die vor allem sportlich aktive Kinder und Jugendliche im Wachstum betrifft. 
Die Beschwerden sind nicht gefährlich, können aber lange anhalten, wenn man nur schont und abwartet. 
Mit der richtigen Belastungssteuerung lässt sich der Sport in vielen Fällen sicher fortführen.

Was ist Morbus Osgood-Schlatter ?

Morbus Osgood-Schlatter wird in der Fachsprache als Traktionsapophysitis bezeichnet.

Eine Apophyse ist eine noch aus Knorpel bestehende Ansatzstelle für Sehnen. Diese Bereiche verknöchern erst nach Abschluss des Wachstums. Beim Morbus-Osgood-Schlatter kommt es durch wiederholte Zugbelastung der Kniescheibensehne zu einer schmerzhaften Reizung an dieser noch unreifen Knochenstelle am Schienbein. 

Wichtig für Eltern: Es handelt sich nicht um eine klassische Entzündung durch Krankheit, sonsern um ein Belastungsproblem im Wachstum.

Woher kommt der Name ?

Die Erkrankung wurde 1903 unabhängig voneinander beschrieben von:

  • Dr. Robert Osgood (USA)
  • Dr. Carl Schlatter (Schweiz)

Daher der Doppelname Morbus Osgood-Schlatter.

Wer ist von Osgood-Schlatter betroffen ?

Betroffen sind vor allem sportlich sehr aktive Kinder und Jugendliche im Wachstumsschub. 

Besonders häufig:

  • Fußball (bis zu 21 % der Spielerinnen und Spieler)
  • Basketball, Handball, Volleyball
  • Turnen & rhythmische Sportgymnastik
  • Kampfsportarten
  • Feldhockey
  • Laufsport

Alter: 

  • Jungen: meist 12–15 Jahre 
  • Mädchen: meist 8–12 Jahre

In 20–30 % der Fälle sind beide Knie betroffen

Osgood-Schlatter - wer ist betroffen ?

Ein erhöhtes Risiko besteht, wenn Kinder und Jugendliche 

  • mehrmals pro Woche trainieren
  • zusätzlich Stützpunkt- oder Auswahltraining erfolgt
  • sich früh auf eine Sportart spezialisieren
  • bereits ein Problem mit Fersenschmerzen im Wachstum (Morbus Sever) hatten

👉 Faustregel aus Studien: Wenn die Trainingsstunden pro Woche höher sind als das Lebensalter, ist das Risiko bis zu vierfach erhöht.

Typische Symptome bei Osgood-Schlatter

Typisch ist eine belastungsabhängige, schmerzhafte Schwellung unterhalb der Kniescheibe am Schienbein.

Häufig berichten Eltern:

  • Schmerzen nach dem Training
  • später auch während des Sports
  • Druckschmerz und Schwellung unterhalb der Kniescheibe am Schienbeinkopf
  • Probleme beim Springen, Sprinten oder Treppensteigen
  • Trainings- oder Spielabbruch wegen Schmerzen

Anfangs treten die Beschwerden oft erst Stunden oder einen Tag nach der Belastung auf – später dann direkt beim Sport.

Erhöht Morbus Osgood-Schlatter das Risiko für spätere Probleme ?

Ja. Studien zeigen, dass ein durchgemachter Morbus Osgood-Schlatter das Risiko für spätere Kniescheibensehnenbeschwerden (Jumpers Knee) nach Abschluss des Wachstums erhöhen kann – vor allem bei weiterhin hoher sportlicher Belastung.

Risikofaktoren für Osgood-Schlatter

Besonders gefährdet sind:

  • sehr sportlich aktive Kinder
  • frühe Spezialisierung auf eine Sportart
  • mehrfaches Training pro Woche ohne Belastungsanpassung
  • Kinder mit früheren Wachstumsbeschwerden wie Morbus Sever (Fersenschmerzen im Wachstum)

Die »übliche« Behandlung - und warum sie oft nicht reicht

Viele Eltern hören nach der Diagnose:

  • komplette Sportpause
  • Kühlen
  • entzündungshemmende Salben
  • Bandage
  • „Abwarten, das wächst sich aus“

Dieses Vorgehen entspricht dem alten P.E.C.H.-Schema (Pause, Eis, Compression, Hochlagern).

👉 Das Problem:

Selbst bei akuten Sportverletzungen gilt dieses Schema heute als überholt

Studien zeigen, dass die Beschwerden bei über 25 % der Betroffenen auch nach dem Wachstum nicht vollständig verschwinden

Monate oder Jahre Sportpause sind für Kinder psychisch und körperlich keine gute Lösung

Muss mein Kind mit dem Sport aufhören ?

Nein. In den meisten Fällen ist eine komplette Sportpause nicht notwendig – und oft sogar kontraproduktiv.

Sinnvoll ist stattdessen:

  • gezielte Anpassung der Belastung
  • Reduktion besonders schmerzhafter Trainingsinhalte
  • klar definierte Regeln: Wann darf trainiert werden – wann nicht?
  • altersgerechter Kraft- und Belastungsaufbau

Ist das das Ende der Sportkarriere ?

Diese Sorge hören viele Eltern – sie ist verständlich, aber unbegründet.

Bekannte Beispiele:

  • Jan Koller (Borussia Dortmund)
  • Randal Kolo Muani (Paris Saint-Germain)

Beide hatten in ihrer Jugend Morbus Osgood-Schlatter und schafften dennoch eine Profikarriere.Entscheidend ist nicht die Diagnose, sondern der Umgang damit.

Osgood-Schlatter bedeutet nicht das Karriereende

Was hilft wirklich bei Morbus Osgood-Schlatter ?

Bewährt haben sich:

  • klare Belastungssteuerung
  • gezielter Kraftaufbau
  • Anpassung von Training und Wettkampf
  • realistische Zeitplanung statt „Durchhalten“

👉 Genau diese Punkte erkläre ich Eltern strukturiert und praxisnah in meinem Online-Kurs, damit sie wissen, was sie konkret tun können – und was nicht funktioniert. 

> Hier gehts zum Osgood-Schlatter-Trainingslager

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