ITBS (Läuferknie) - warum die Knieaussenseite beim Laufen schmerzt

Kurz erklärt für Läuferinnen und Läufer

Schmerzen an der Außenseite des Knies, die beim Laufen ab einer bestimmten Strecke, oder beim bergablaufen auftreten, sind typisch für das Iliotibiale Bandsyndrom (ITBS) – auch bekannt als Läuferknie.

Die gute Nachricht:

👉 ITBS ist kein struktureller Schaden, sondern in den meisten Fällen ein steuerbares Überlastungsproblem.

Willkommen im Anti-Wartezimmer für Laufverletzungen.

Ilio-tibiales Band ? Nie gehört !

Das ilio-tibiale Band ist ein breiter Sehnenstreifen, der vom Beckenkamm (Os ilium - vom Beckenkamm = ilio-) bis zur Kniescheibe und dem Schienbeinkopf (= -tibial) reicht.

Beim Laufen spannt es sich bei der Hüftstreckung wie eine Feder und gibt die gespeicherte Energie beim Vorschwingen des Beines wieder zurück. Das spart Energie.

Was ist ITBS eigentlich?

  • Der häufigste Grund bei Läufern für Schmerzen auf der Knieaussenseite
  • Platz 5 auf der Verletzungshitliste (5-14% aller Laufverletzungen)
  • Männer sind häufiger betroffen
  • Häufig bei Laufanfängern (erstes Jahr) oder Laufwiedereinsteigern (nach Laufpause oder Verletzung)
  • Kommt auch bei Sportarten, wie Radfahren oder Rudern, sowie bei Spielsportarten, wie Fußball, Basketball oder Hockey vor.

Das Ilio-tibiale-Bandsyndrom (ITBS) wird immer noch gerne als »Friktionssyndrom« bezeichnet. ABER:

Der breite Sehnenstreifen hat im Bereich vom Knie und Unterschenkel mehrere Ankerpunkte, da reibt und rutscht nichts über den Knochen !

Das Hauptproblem ist wahrscheinlich der mit jedem Schritt zu hohe Druck auf die Sehne und den Fettkörper, der sich zwischen Sehne und Oberschenkelknochen befindet.

Typische Symptome beim Läuferknie

  • Schmerzen auf der Außenseite des Kniegelenkes
  • Ein- oder beidseitig

Frühe Beschwerden:

  • Der Schmerz tritt erstmals während dem Laufen längerer Strecken im Training oder Wettkampf auf
  • Tritt dann immer wieder ab einer bestimmten Distanz auf
  • Bergablaufen oder lange Läufe verschlimmern die Beschwerden.
  • Der Schmerz hört sofort auf, wenn man stehen bleibt oder mit kurzen Schritten weitergeht.

Später:

  • Die Schmerzen können sehr schnell eskalieren, so daß Laufen schmerzbedingt nicht mehr möglich ist.

Zusätzlich:

  • Im Alltag kann man den Schmerz beim Treppabsteigen auslösen.
  • Andere Sportarten (z.B. Ballsportarten) sind völlig beschwerdefrei durchführbar

Warum entsteht ein Läuferknie ?

ITBS entsteht selten durch einen einzelnen Faktor. Meist kommen mehrere Punkte zusammen:

  • Zu schnelle Steigerung der Trainingskilometer
  • Häufiges Bergablaufen
  • Häufiges Laufen auf schmalen Wegen oder Trails
  • Auffälligkeiten im Bereich der Lauftechnik (Laufspur, »crossing over«)
  • Stabilschuhe und/oder Einlagen können die Beschwerden verstärken

👉 Das Problem ist nicht das Knie allein, sondern die gesamte Bewegungskette.

Die »übliche« Behandlung - und warum sie oft nicht reicht

Viele Eltern hören nach der Diagnose:

  • komplette Laufpause
  • Kühlen
  • entzündungshemmende Salben
  • Einlagen und neue Laufschuhe

Muss ich mit dem Laufen aufhören ?

Nein. In den meisten Fällen ist eine komplette Laufpause nicht notwendig – und oft sogar kontraproduktiv.

Sinnvoll ist stattdessen:

  • Gezielte Anpassung der Laufstrecke und des Lauftempos
  • Klar definierte Regeln: Wann darf trainiert werden – wann nicht ?
  • Korrektur der Lauftechnik
  • Überprüfen der Laufschuhe und der Einlagenversorgung

Typische Fehler beim ITBS

Die Beschwerden bei ITBS verschwinden häufig nicht, wenn du

  • hoffst, dass eine Laufpause alles zum verschwinden bringt
  • nur auf passive Therapiemaßnahmen setzt (z.B. Eis, Dehnen, Faszienrolle)
  • versuchst, durch den Schmerz hindurchzulaufen

Das Anti-Wartezimmer beim Läuferknie

Im Anti-Wartezimmer gilt auch beim ITBS:

  • kein Abwarten ohne Plan
  • keine pauschalen Laufverbote
  • kein Rätselraten

Stattdessen:

  • Klarheit, warum der Schmerz entsteht
  • Konkrete Schritte, was du anpassen solltest
  • aktive Rolle in der eigenen Genesung

👉 Ziel ist nicht nur schnell schmerzfrei zu werden, sondern dauerhaft beschwerdefrei zu laufen.

Bewährt haben sich:

  • klare Belastungssteuerung
  • gezielter Kraftaufbau
  • Anpassung von Training und Wettkampf
  • realistische Zeitplanung statt „Durchhalten“

👉 Genau diese Punkte erkläre ich dir strukturiert und praxisnah in meinem Online-Kurs, damit du weißt, was du konkret tun kannst – und was nicht funktioniert. 

Hier kommst Du demnächst zum ITBS-Trainingscamp

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